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Bogenschießen


Bogenschießen allgemein

Bogenschießen ist ein Präzisionssport, bei dem es darum geht mit Hilfe eines Bogens den Pfeil in ein bestimmtes Ziel zu schießen. Für viele ist Bogenschießen nicht nur ein Sport sondern auch eine faszinierende Form, Körper und Geist in Einklang zu bringen. Bogenschießen ist eine sehr vielseitige Sportart, die sowohl einzeln als auch im Team, mit einfachen Mitteln oder hochmoderner Ausrüstung, in freier Natur oder in der Halle ausgeübt werden kann.

Geschichte

Bogenschießen ist eine sehr alte Tradition, die bereits in der Steinzeit zu Jagdzwecken und in der Kriegführung praktiziert wurde. Ein Fragment des wahrscheinlich ältesten Bogens der Welt fand man in Mannheim-Vogelstang. Sein Alter wird auf 17 600 Jahre geschätzt.

Vor allem Engländer haben die Tradition des Bogenschießens besonders sorgfältig gepflegt und waren die ersten, die daraus eine Sportart mit festen Regeln entwickelt haben. Als Pioniere des modernen Bogensports gelten die Amerikaner Saxton Pope, Art Young oder Howard Hill, die diese alte Tradition im 20. Jahrhundert wieder aufleben ließen. Howard Hill wurde vor allem für seine Auftritte als Stuntman in Errol Flynns „Robin Hood“ berühmt.

Bogenschießen ist seit 1972 eine Olympische Disziplin.

Disziplinen

  • Traditionelles Bogenschießen
Unter traditionellem Bogenschießen versteht man das Schießen ohne technische Hilfsmittel. Man verwendet hauptsächlich Langbögen aber auch Recurves.
  • Target
In der Disziplin Target wird auf Zielscheiben mit Ringwertung geschossen. Die Zielscheibe ist von innen nach außen in fünf Farben unterteilt (Gelb, Rot, Blau, Schwarz, Weiß), wobei jede Farbe wiederum in zwei Ringe geteilt ist. Zu den bekanntesten Wettbewerben gehören:
  • FITA-Runde (Fédération Internationale de Tir à l’Arc)
Die FITA-Runde ist eine Freiluftdisziplin, in der jeder Schütze 144 Pfeile schießt. Es werden 4 mal 36 Pfeile auf verschiedene Distanzen geschossen, üblicherweise an einem Tag.
  • FITA Halle
2 Durchgänge, je30 Pfeile auf 18m Entfernung. Es wird auf 40cm Auflagen (Schüler 60cm) bzw. auf 3er-Spot-Auflagen geschossen
  • Olympische Runde
2 mal 36 Pfeile auf 70m Entfernung, dann weiter im K.O.-Verfahren bis zum Finale.
  • Bogenliga in der Halle
Mannschaften bestehend aus 3 Schützen treten gegeneinander an. Pro Schütze werden 3 Pfeile auf 18m geschossen, wobei alle Schützen ihre Pfeile innerhalb von 2 Minuten verschossen haben müssen.
  • Bogenliga im Freien
Hier schießen ebenfalls Mannschaften zu je 3 Schützen gegeneinander. 3 Pfeile pro Schütze aus 50m Entfernung auf 80cm Auflagen. Alle Pfeile müssen innerhalb von 3 min verschossen werden, von jedem Schützen werden 3 mal 3 Pfeile geschossen..
  • Feldbogenschießen
Feldbogenschießen wird im Gelände praktiziert. Die Zielscheiben sind schwarz, nur der innerste Ring ist goldfarben. Die Ringzahl geht von 5 bis 1. Es sind nur bei 12 von 24 Scheiben die Entfernungen bekannt.
  • 3D Bogenschießen, Jagdbogenschießen
Beim 3D Bogenschießen werden Jagdsituationen nachgestellt. Es wird auf Scheiben mit Tierbildern oder Schaumstofftiere aus unbekannter Entfernung geschossen.
  • Kyudo – Japanisches Bogenschießen
Beim Kyudo geht es nicht nur um das Schießen und Treffen sondern auch um zeremonielle Bewegungsformen. Der Kyudo-Bogen, genannt Yumi, unterscheidet sich von westlichen Sportbögen vor allem durch seine asymmetrische Form.
  • Mit dem Bogen auf die Jagd
Die Bogenjagd sowie das Bogenfischen sind in einigen Ländern Westeuropas, in Österreich und Deutschland zum Beispiel, verboten. In manchen Ländern kann eine Lizenz erworben werden.

Ausrüstung

  • Schutzwaren und Hilfsmittel
Neben Pfeil und Bogen gibt es zahlreiche Accessoires und Schutzwaren, die beim Bogensport zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel Armschutz, Fingerschutz und Brustschutz.
  • Bogen und Sehne
Der Bogen besteht aus dem eigentlichen Bogen und der Bogensehne. Bogensehnen können aus natürlichen Materialien (Brennnessel, Lein, Hanf, Ramie, Baumwolle, Tiersehne, Darm usw.) oder Kunststoff (Dacron, Fast Flite) bestehen.

Bogentypen

  • (Englischer) Langbogen
Der Langbogen ist sozusagen die Urform des Bogens. Er ist etwas größer als der Schütze und besteht meist aus einem Stück. Beim Langbogen sind keine Visiereinrichtungen vorgesehen.
  • Recurvebogen
Der Recurvebogen ist der am häufigsten verwendete Bogentyp. Er ist kürzer als der Langbogen und seine Wurfarme sind nach vorne gebogen.
  • Compoundbogen
Der Compoundbogen ist der technisch aufwendigste Bogentyp. An seinen Enden befinden sich exzentrische Umlenkrollen (Camwheels), über die die Sehne und ein Kabel geführt werden.

Pfeile

Der Pfeil besteht aus einem Holz- oder Kunststoffschaft mit einer Spitze am vorderen, und Stabilisatoren aus echten oder Kunststofffedern und einer Nocke, am hinteren Ende. Der Pfeil muss eine an den Bogen angepasste Steifigkeit haben, welche „Spinewert“ genannt wird. Bei den Pfeilspitzen unterscheidet man m Allgemeinen zwischen Bulletspitzen die eine runde, spitz zulaufende Form haben, und den traditionellen Feldspitzen. Die Befiederung stabilisiert die Flugbahn des Pfeiles. Die Nocke gewährleistet, dass der Pfeil sicher auf der Sehne sitzt.

Technische Hilfsmittel

Wie bereits erwähnt kann man seinen Bogen, vor allem den Compoundbogen, mit zahlreichen technischen Hilfsmitteln aufrüsten. Zu diesen gehören Bogenvisiere (Peep-sight, Pinvisiere, Scope, Wasserwaage) und Abschusshilfen (Release).

Vereine und Organisationen

  • FITA (Fédération Internationale de Tir à l’Arc)
Die wichtigste weltweite Bogenschützenorganisation ist die FITA (Fédération Internationale de Tir à l’Arc). Von ihr wurden Regeln erarbeitet, die bei olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften sowie nationalen Wettbewerben gelten.

Große Bogenschützen

  • Amtierende Weltmeister im Compoundbogenschießen (Stand 15.07.2007):

Damen: Eugenia Salvi (Italien)
Herren: Dietmar Trillus (Kanada)

  • Amtierende Weltmeister im Recurvebogenschießen:

Damen: Natalia Valeeva (Italien)
Herren: Dong Hyun (Südkorea)

  • Olympiasieger Sommerspiele Athen 2004:

Damen Recurve Einzelwettbewerb: Sung-Hyun Park (Korea)
Herren Recurve Einzelwettbewerb: Marco Galiazzo (Italien)

Im Recurve Mannschaftswettbewerb ging die Goldmedaille sowohl bei den Damen als auch bei den Herren an Korea.

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